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GASTHAUS "ZUM GRETLE" IN WEINSTADT-STRÜMPFELBACH

Geschichte vom Gretle

Vor einem Jahrhundert feierten die Strümpfelbacher den Weinherbst mit Gesang und Tanz.

Das Gretle hatte alle Hände voll zu tun, um für die vielen Gäste zu sorgen.

Darunter waren auch Offiziere aus der Landeshauptstadt, mit derem einen das Gretle tanzte, als sein Schatz Frieder das Gasthaus betrat.

Bald danach hörte er Gretles Hilferufe, die sich gegen die Umarmung ihres Tanzpartners wehrte. Frieder schlug seinen Nebenbuhler nieder, der nur durch Gretles Pflege am Leben blieb.

Frieder mußte seine Zornestat mit 8 Jahren Gefängnis büßen.

Auf dem Krankenbett hatte sich der Offizier in seine bildhübsche Pflegerin unsterblich verliebt, die sich in Treue zu Frieder lange gegen diese Liebe wehrte, schließlich aber doch der Werbung Gehör schenkte und mit dem Neuerwählten in die Hauptstadt zog.

In der Amnestie zum Königs-Jubiläum begnadigt, mußte Frieder bei den Feierlichkeiten sein Gretle mit dem fremden Manne zusammen sehen und verbittert verkaufte er sein Hab und Gut, um auszuwandern. Als Gretle das hörte, kehrte sie heimlich zu ihrem Frieder zurück.

Der Versöhnung folgte die Hochzeit und Gretles Brautzug war der schönste, den Strümpfelbach je gesehen hatte.

Seine Wiederholung blieb lange Jahre eine liebe Tradition in Strümpfelbach.